Interview:

Chillventa 2026 mit Torsten und Florian Enders

15. Okt. 2026 · @Florian

Halbzeit auf der Chillventa 2026 in Nürnberg: Am WÄTAS-Stand in Halle 7 sprach Florian Weichert mit Geschäftsführer Torsten Enders und Florian Enders, Leiter Forschung und Entwicklung, über das Hauskonzept „Das ideale Haus“, die Messeneuheit Eiswasserspeicher und darüber, was nach der Messe mit den vielen Kontakten passiert.

„Die Wärmepumpe hat sich durchgesetzt“

Florian Weichert: Herr Enders, die Messe ist in vollem Gange. Was ist Thema, womit kommen die Leute zu Ihnen?

Torsten Enders: Man spürt deutlich, dass sich die Wärmepumpentechnik durchgesetzt hat. Jetzt geht es darum, verschiedene Komponenten dafür zu entwickeln und einzusetzen, um die Effizienz der Gesamtanlage gut darstellen zu können. Die Nachfrage ist riesig, gerade im Altbau gibt es großen Nachholbedarf. Immer mehr Kunden haben die Entscheidung schon getroffen – weg von Gas und Öl, hin zur Wärmepumpe – und suchen dafür die effizienteste Lösung. Genau die hat WÄTAS entwickelt und stellt sie hier aus.

Florian Weichert: Herr Enders, die Messe läuft, wir sind etwa bei der Hälfte angelangt. Wie lief es bislang für WÄTAS?

Florian Enders: Bisher war die Chillventa 2026 für uns wirklich eine sehr gute Messe. Wir konnten sehr viele neue Kontakte knüpfen und alte Kontakte auffrischen. Auch unsere Messeneuheit, der Eiswasserspeicher, kam sehr gut bei den Kunden an. Es gab sehr viele Nachfragen und Interessenten für die verschiedensten Anwendungen – Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, industrielle Anwendungen. Das ist wirklich eingeschlagen wie eine Bombe.

Genauso ist aber der klassische Wärmeübertrager nach wie vor gefragt. Es kommen Kunden auf uns zu, mit denen wir früher schon Projekte abgeschlossen haben, die mit neuen Ideen kommen und bei uns Entwicklungsaufträge platzieren. Man kann wirklich sagen: Bisher war die Messe erfolgreich, und wir hoffen, dass auch die nächsten anderthalb Tage sehr produktiv werden.

Florian Weichert: Herr Enders, ist „Das ideale Haus“ hier gerade ein absoluter Renner?

Torsten Enders: Es ist ein absoluter Renner, die Nachfrage ist sehr groß – und überall ist die Überraschung groß. Die Leute sind erstaunt, dass es solche interessanten Komponenten gibt. Weil wir sie hier in der Realität vorführen, in Betrieb, kann man sich alles anschauen und fühlen. Die Begeisterung ist immer wieder überraschend.

Florian Weichert: Herr Enders, was steht für Sie im Mittelpunkt bei so einer Chillventa?

Florian Enders: In diesem Jahr steht bei uns alles im Vordergrund, was zum Hauskonzept gehört – vor allem „Das ideale Haus“. Im Mittelpunkt steht die Wärmepumpe mit verschiedenen Energiequellen. Die neuesten Energiequellen, die wir hier vorstellen, sind der Eiswasserspeicher und der Grauwasser-Wärmeübertrager. Dazu kommen unsere Erdspirale und unsere Rückkühler, mit denen wir die Luft nutzbar machen.

Am Ende gipfelt alles im Niedertemperaturheizkörper, wo die Energie in den Raum übertragen wird. Da ist wirklich reges Interesse, weil wir die Wärmepumpe dort mit 35 Grad optimal nutzen. Wenn man über die Messe läuft, sieht man: Mit dem Niedertemperaturheizkörper sind wir ziemlich allein. Genau das macht dieses Produkt hier so spannend. Das gilt auch für den Eiswasserspeicher – da gibt es hier kaum Alternativen.

Florian Weichert: Herr Enders, wo ist der große Aha-Effekt für die Kunden?

Torsten Enders: Auf dieser Messe hat der Eiswasserspeicher sehr großes Interesse gefunden. An erster Stelle steht aber immer wieder der Niedertemperaturheizkörper, mit dem wir bei 35 Grad Vorlauftemperatur eine sehr angenehme Wärme erzeugen – die Kunden können sie hier auf der Messe spüren.

„Viele Kunden haben Energie – sie wissen nur nicht, wo“

Florian Weichert: Herr Enders, der gute alte Wärmeübertrager ist nach wie vor gefragt, oder?

Torsten Enders: Ja, natürlich. Viele Kunden kommen her und freuen sich, uns auf der Messe wiederzusehen – Kunden, die mit unseren Produkten, mit unseren Lamellenwärmetauscher schon sehr zufrieden sind. Aber es kommen auch neue Kunden, die sagen: Ich habe ein Problem, können wir hier gemeinsam etwas entwickeln?

Florian Weichert: Wie stellt sich die Entwicklung angesichts steigender Energiepreise dar? Ist das ein Thema, das alle Aussteller in ihrem Portfolio berücksichtigen?

Torsten Enders: Das ist das Thema der Messe überhaupt. Bei steigenden Energiepreisen und unsicherer Energieversorgung wird versucht, Häuser autarker zu machen – über Photovoltaik und zeitversetzte Nutzung, also Energie erzeugen, speichern und verwenden. Diese Konzepte werden jetzt gesucht, und das ist überall auf der Messe zu erleben.

Florian Weichert: Herr Enders, was ist bei Ihren Kunden aktuell gefragt, gerade mit Blick auf die hohen Energiepreise?

Florian Enders: Bei unseren Kunden steht aktuell ganz klar das Thema Energie nutzen ganz oben – gerade im Industriebereich. Ganz viele Kunden haben Energie. Sie wissen aber nicht, wo sie ist und wie sie sie nutzbar machen können. Genau hier kommt die Grauwasser-Wärmeübertragung zum Einsatz.

Ein schönes Beispiel sind Wäschereien. Die haben Abwasser mit 60, 70 Grad Celsius, und das wird aktuell einfach weggeschüttet. Mit herkömmlichen Wärmerückgewinnungssystemen ist es sehr teuer, diese Wärme zu nutzen. Mit unserer Lösung bieten wir den Kunden eine kostengünstige Variante an: Wir können 30 Prozent Wärmerückgewinnung ganz einfach und günstig umsetzen.

Und genau da setzen wir an – mit einfachen, kostengünstigen Lösungen, die jeder versteht und die jeder selbst installieren kann. Man schaut sich die Bauteile an und weiß: Das ist es. Wenn etwas defekt ist, kann man es sofort selbstständig ersetzen. Genau das motiviert unsere Kunden, mit uns ins Gespräch zu gehen und in Zukunft Projekte mit uns umzusetzen.

„Der Kunde braucht die Lösung eigentlich heute“

Florian Weichert: Herr Enders, wie läuft die Nacharbeit, wenn so eine Messe vorbei ist?

Florian Enders: Man kann sich kaum vorstellen, was danach passiert. Wir sammeln auf so einer Messe viele hundert Kontakte. Jeder einzelne Mitarbeiter hier spricht permanent mit Leuten, nimmt Eindrücke und Kontakte auf, sammelt Probleme und Ideen und trägt alles zusammen.

Ab diesem Jahr hat sich da bei uns wirklich etwas geändert: Wir haben es endlich geschafft, eine App bei jedem einzelnen Mitarbeiter zu integrieren, die uns sehr viel Arbeit abnimmt. Wir scannen oder fotografieren die Visitenkarten, alles wird automatisch übertragen, wir können einsprechen, was im Gespräch passiert ist, und bekommen am Ende unsere Auswertung. Vorher musste das alles von Hand eingeordnet werden: Das gehört zum Hauskonzept, das zum Wärmeübertrager. Das ist besonders wichtig und muss sofort nächste Woche passieren, das sind Projekte fürs nächste Jahr.

Jetzt können wir in Kategorien arbeiten – Kategorie A heißt: Wir müssen sofort reagieren. Wir hatten auch heute wieder Gespräche, bei denen wir wissen, dass nächste Woche beim Kunden und mit dem Kunden gearbeitet werden muss. Der Kunde hat ein Problem, und er braucht die Lösung eigentlich heute.

Das ist alles schon vorsortiert. Mit diesen Listen arbeiten wir, telefonieren die Kunden ab und nehmen Kontakt auf. Manche Kunden wollen auch erst einmal nur Informationsmaterial. Alles wird in die einzelnen Abteilungen sortiert: Die Verkaufsabteilung führt die direkten Gespräche zu wichtigen oder dringenden Problemen. Mitarbeiter im Betrieb verschicken das Informationsmaterial. Und dann gibt es die Forschung und Entwicklung, zu der ich gehöre. Wir gehen auf die Kunden zu, die ein Problem haben, dessen Lösung nicht offensichtlich ist – oder vielleicht heute noch gar nicht bekannt.

Florian Weichert: Herr Enders, kann man schon jetzt von Erfolg sprechen, oder wollen Sie den letzten Tag noch abwarten?

Torsten Enders: Nein, es ist erfolgreich – es ist eine wunderschöne Messe. Die vielen interessanten Gespräche mit Besuchern aus vielen verschiedenen Ländern machen Spaß. Ein bisschen Englisch ist etwas anstrengend, aber ansonsten ist es eine sehr angenehme Sache.

Florian Weichert: Da warten schon wieder die nächsten Kunden – vielen Dank Ihnen beiden!

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